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Empusa (Empusa) guttula (Thunberg, 1815)

(aus Ägypten)


Haltungsbericht von Sören Materna



Ein TERRA TYPICA - Report.






Beschreibung

Verbreitungsgebiet : mein Stamm Ägypten ( Nordafrika, Spanien, Frankreich und Umgebung)
Grösse : ca.7-8,5 cm
Höchstalter : Weibchen 8-12 Wochen
Männchen 3-6 Wochen
Färbung : Die Tiere können alle Farbtöne zwischen hellbeige bis dunkelbraun, rosa und fast schwarz erreichen. Die Flügel der adulten Tiere können sich kräftig grün färben und haben dann rosa oder lila Ansätze.



Haltung und Zucht


Terrarium : Bei einer Gemeinschaftshaltung von ca. 5 adulten Paaren sollte eine Terrariengrö§e von 60/60/90 (L/B/H) nicht unterschritten werden. Diese Terrariengrö§e kann zur Aufzucht von 30- 40 Nymphen bis zum subadulten Stadium genutzt werden. Bei Einzelhaltung von adulten Weibchen reicht eine Grö§e von 20/20/25 völlig aus. Die Wände des Terrariums sollten mit Kork beklebt werden, da sich die Tiere an den glatten Glaswänden nicht bzw. nur sehr schlecht festhalten können. Die Decke des Terrariums sollte komplett aus Gaze bestehen, da hierdurch eine ausreichende Durchlüftung gewährleistet ist, und die Gazefläche zusätzlich als Lauffläche ( bzw. Aufhängfläche ) dient. Wenn man ein handelsübliches Standartterrarium verwendet, welche meist nur einen kleinen Lüftungsschlitz an der Decke besitzen, sollte man zumindest von innen die gesamte Decke mit Fliegengaze bespannen.

Einrichtung : Einige Äste, deren Verzweigung und Dicke an die Grö§e der Tiere angepa§t sein sollte, bildet den Hauptteil der Einrichtung. Hierbei sollte darauf geachtet werden, da§ die Tiere genügend Freiraum zum häuten haben. Der Bodengrund spielt eher eine untergeordnete Rolle, da dieser keine Feuchtigkeit speichern mu§.

Futter : Die Empusen sind Spezialisten für Fluginsekten. Sie können mit unglaublicher Geschicklichkeit ihre Beute im Vorbeiflug aus der Luft fangen. Demzufolge sollte man ihnen auch nur Fluginsekten anbieten. Das einfachste und billigste Futter sind Fliegen. Je nach Grö§e der Empusen besorgt man sich einfach aus dem Angelgeschäft Maden oder die etwas kleineren Pinkymaden (Literweise billiger). Diese kann man sehr lange (1,5-2 Monate) im Kühlschrank aufbewahren. Alle 2 Tage nimmt man dann eine Portion aus dem Kühlschrank und nach etwa 7-10 Tagen schlüpfen die Fliegen. So hat man immer ausreichend Futter. Um die Fliegen noch etwas aufzuwerten, füttert man sie noch mit etwas Honig, Multisaft, Pollen o.ä. Sehr gut eignen sich auch Wachsmotten, diese sollten aber wegen des hohen Fettgehaltes nicht als Hauptnahrung dienen.

Luftfeuchtigkeit : Diese sollte möglichst gering sein. Die normale Raumluftfeuchtigkeit von 40-50 % ist ausreichend .Ich sprühe die Tiere nie an. Auch nicht kurz vor der Häutung. Ich habe so gut wie keine Ausfälle durch Fehlhäutungen gehabt. Die Tiere decken ihren gesamten Feuchtigkeitsbedarf über das Futter. Deshalb sollte viel und vorallem regelmä§ig gefüttert werden.

Temperatur : Um eine optimale Entwicklung zu gewährleisten sollten tagsüber Temperaturen zwischen 35 und 45¡C herrschen. Nachts sollte die Temperatur allerdings nicht unter 23¡C fallen. Am besten man installiert unter dem Terrarium eine Heizmatte oder ein Heizkabel, welche auch Nachts angelassen werden sollte.

Licht : Als Beleuchtung eignen sich kleine Halogenspottstrahler sehr gut. Diese bringen dann auch die erforderlichen Tagestemperaturen von ca. 45¡C. Die Empusen können sich dann ihren optimalen Platz selbst aussuchen. Falls das Terrarium an einem eher dunklem Platz steht, sollte noch eine zusätzliche Neonlampe installiert werden (lieber zu hell als zu dunkel).

Verhalten : Da diese Mantis kaum kanibalistisch ist, eignen sie sich sehr gut für eine Gruppenhaltung. Da mein Stamm aus Ägypten /Hurgada stammt, brauchen diese Tiere keine Diapause, das heist man braucht sie nicht zu überwintern. Tiere aus Spanien oder Frankreich sollten unbedingt überwintert werden. Bei Ihnen sind die Entwicklungszeiten auch erheblich länger.

Paarung : Etwa 1 Woche nach der Reifehäutung werden die Empusen geschlechtsreif. Ich habe einige Tiere paarweise in einem 20/20/25 Terrarium. Die Tiere sind sehr verträglich und paaren sich öfter im Abstand von mehreren Tagen. Man kann aber auch viele Tiere zusammen in einem Becken unterbringen. Das hat den Vorteil das sich die Männchen selbst die Weibchen aussuchen können. Auch hierbei sind die Verluste nur sehr sehr gering.

Die Oothek :

Etwa 1 Tag bis 1 Woche nach der Paarung setzen die Tiere den ersten von bis zu 21 Ootheken ab. Im Regelfall wird alle 2 Tage eine Oothek abgelegt. Nach etwa der 10 Oothek verlängert sich der Abstand zwischen den Ootheken auf etwa 4 Tage. Aus diesen Ootheken schlüpfen bei durchgängig 35¡C (ohne Nachtabsenkung) nach 2-3 Wochen die Nymphen. Die Ootheken enthalten zwischen 15 und 30 Eier. Dabei konnte ich feststellen, das die Anzahl der Nymphen sehr gut an der "Rippenzahl" der Oothek erkennbar ist. Mann zählt einfach die Rippen und multipiziert mit 3,5. Das hei§t wenn die Oothek 6 Rippen hat, dann schlüpfen etwa 21 Nymphen. Ich sprühe die Ootheken nie an. Im Gebiet (Ägypten),wo ich die Tiere gefunden habe, hat es das letzte mal vor 4 Jahren und davor vor 70 Jahren geregnet. Sie sind also an extreme Trockenheit angepasst. Man sollte nur aufpassen das die Oothek nicht direkt unter dem Strahler hängt, und "gebraten" wird. Die Weibchen bauen ihre Ootheken dort wo sie sich gerade befinden. Sehr oft an die Deckengaze. Wenn die Temperatur im Terrarium durchschnittlich 35¡C beträgt, kann man die Ootheken ruhig im Behälter belassen (eine Nachtabsenkung bis ca. 27¡C wird vertragen). Man mu§ nach ca. 12 Tagen nur daran denken da§ man das Weibchen aus dem Terrarium nimmt. Werden die Ootheken an einen Ast abgelegt, sollten sie jedoch lieber gesondert inkubiert werden

Nymphenaufzucht :

Die Nymphen können unter den selben Bedingungen gehalten werden wie die adulten Tiere. Auch die Nymphen habe ich nie angesprüht. Etwa ein Tag nach dem Schlupf nehmen die kleinen Empusen das erstemal Futter an. Sie überwältigen schon die gro§en Fruchtfliegen ohne Probleme. Anschlie§end füttert man mit Pinkyfliegen und danach mit Fleischfliegen, Wachsmotten und allem sonst noch was fliegt. Die Männchen häuten sich 5 mal und die Weibchen 6 mal. Hierfür brauchen sie etwa 6-8 Wochen.

Geschlechter :

Die Geschlechter kann man schon sehr früh (nach der 2. Häutung) unterscheiden. Wenn man sich die kleinen Tiere mit einer guten Lupe (10x) anschaut ist es mit etwas Übung sehr einfach. Die Weibchen haben auf der Unterseite ihres Abdomens 5 Fortsätze und die Männchen 6 Fortsätze. Genau wie bei Gongylus gongylodes. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Fühler. Dieses kann man aber erst recht spät erkennen (L5). Die Weibchen haben immer, also bis zum adulten Stadium, kurze und dünne Fühler. Bei den Männchen kann man ab der 3. Häutung erkennen, da§ die Fühler am Ansatz dicker werden. Nach jeder Häutung werden die Fühler dicker und länger. Im adulten Stadium haben die Männchen dann sehr lange gefiederte Fühler, ähnlich wie bei einem Nachtfalter.

Männchen Weibchen



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Sören Materna
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