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Blinde Höhlentiere
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Autor Nachricht
Verfasst am: 25. 04. 2010 [16:17]
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Lena
Themenersteller
Dabei seit: 20.04.2010
Beiträge: 5
Hallo

Es gibt Merkmale die durch die evolutive Entwicklung "wegrazionalisiert" werden. Nehmen wir als Beispiel den Gesichtsinn höhlenbewohnender Tiere. Früher meinte ich dass sei passiert, weil "das Augenlicht" nach Ansiedlung im Dunkeln nicht mehr "notwendig" war.
Nach der Selektions-Idee jedoch (evolutive Neuentwicklungen sind nicht zielgerichtet sondern zufällig, verschaffen ihrem Inhaber jedoch einen Vorteil ) müssen sich Tiere ohne Augenlicht in der Höhle als "fitter" herausgestellt haben, was mir nicht logisch erscheint: Wieso ist man im Dunkeln fitter weil man blind ist anstatt dass man einfach nichts sieht?

Liebe Grüsse - Lena
Verfasst am: 25. 04. 2010 [18:47]
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fwieland
Dabei seit: 20.04.2010
Beiträge: 1
Liebe Lena,

Ich lese gerade "The greatest Show on Earth" von Richard Dawkins, einem bekannten Biologen und Wissenschaftsautor. Das Buch dreht sich um die Welt der Evolution und welche Beweise es dafür gibt. Zum Thema blinde Höhlentiere führt er (sinngemäss) Folgendes aus:

Selektion findet an Genmutationen statt. Heißt: wenn ein Gen sich so verändert, dass es einen Einfluss auf den Körper bzw. die Überlebens- oder Fortpflanzungsfähigkeit hat, setzt dort die Selektion an. Die meisten Mutationen sind jedoch nicht weltbewegend, sondern haben minimal kleine Veränderungen zur Folge. Wenn man draußen lebt, zum Beispiel als Salamander im Wald, kann aber eine minimale Beeinträchtigung des Sehvermögens schon große Folgen haben. Man sieht den Fressfeind zu spät, fällt einen Abhang runter etc. Wenn man aber die Augen nicht braucht, weil man im Dunkel eh' nichts sieht, haben die einzelnen kleinen Mutationen im Bereich Auge keinerlei Einfluss, was dazu führt, dass sie sich akkumulieren können, bis das Auge verschlossen und funktionslos geworden ist. Nebenbei mag das Verwachsen des Auges sogar einen Vorteil bringen, denn das Auge ist immer ein sehr empfindlicher Kontakt zur Außenwelt, der zu Infektionen etc. neigt, so Dawkins.

Fand ich relativ schlüssig...

Beste Grüsse und schönen Sonntag,

Frank
Verfasst am: 01. 05. 2010 [13:24]
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Christian
Dabei seit: 20.04.2010
Beiträge: 2
Hi.

Man könnte noch hinzufügen, dass die (evolutionäre) Fitness eines Exemplars meist anhand der Nachkommen gemessen wird. Und man kann umso mehr Nachkommen produzieren, umso mehr Energie man zur Verfügung hat. Wenn also an einer Stelle Energie eingespart wird, kann diese gut in mehr Nachkommen hineingesteckt werden. Das ist der Grund, wieso Organe, die nicht gebraucht werden, meist "bald" von der Evolution wegeselektiert werden: Organe benötigen Energie, und ein Verschwenden von Energie an unnütze Organe ist biologisch nicht effizient. Darum sind blinde Höhlentiere "fitter" als nicht sehende, die noch Augen mit sich rumtragen. Natürlich hängt alles in großem Maße davon ab, ob die betreffenden Tiere in Dauerdunkelheit leben oder nicht; schon geringe Lichtmengen oder ein periodischer Wechsel zwischen Dunkel und Hell führt meist zum Erhalt der Augen in irgendeiner Form.

VGC
Verfasst am: 30. 06. 2010 [13:15]
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Lena
Themenersteller
Dabei seit: 20.04.2010
Beiträge: 5
Danke Euch, ich glaube ich hab's kapiert...mehr oder weniger. Und wenn doch nicht, weiss ich ja wo rückfragen... icon_wink.gif

Liebe Grüsse - Lena

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.06.2010 um 13:16.]