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Montag, 07. Dezember 2009

Auf Lichtfang in Venezuela (Teil I)


Automeris incarnata (Männchen)
Automeris incarnata (Weibchen)
Automeris incarnata (Puppe)
Automeris incarnata (Raupe)
Automeris incarnata (Raupe)
Automeris meridionalis (Männchen)
Automeris meridionalis (Weibchen)
Automeris meridionalis (Puppe)
Automeris meridionalis (Jungraupe)
Automeris meridionalis (Raupe)
Automeris meridionalis (Raupe)
Automeris liberia (Männchen)
Automeris liberia (Puppe)
Automeris liberia (Jungraupe)
Automeris liberia (Raupe)
Automeris denticulata (Männchen)
Automeris denticulata (Weibchen)
Automeris denticulata (Weibchen)
Automeris denticulata (Puppe)
Automeris denticulata (Raupe)
Automeris denticulata (Jungraupe)
Automeris egeus (Weibchen)
Automeris egeus (Puppe)
Automeris egeus (Jungraupe)
Automeris egeus (Raupe)

Bei Reisen in tropische Länder sollte eine Lichtfanganlage zur Standartausrüstung eines Entomologen gehören. Einfachste Gaslampen können dem Interessierten schon überraschend viele, nur nachts aktive Insektenarten vor's Auge oder die Fotolinse bringen. Bernhard Wenczel reist jedes Jahr nach Venezuela und betreibt Lichtfang an verschiedenen Stellen in diesem Südamerikanischen Land. Ich möchte in diesem Bericht einen Eindruck vermitteln über eine Unterfamilie der Saturniden, die mit über 600 Arten nur in Süd- und Nordamerika verbreitet ist.

Text : Thomas Maag
Bilder : Bernhard Jost


Familie : SATURNIDAE

Unterfamilie: HEMILEUCINAE
Die Arten der Unterfamilie Hemileucinae sind unauffällige, in Ruhestellung perfekt getarnte, ausschliesslich nachts aktive Falter. Werden sie erschreckt, nehmen sie eine typische Abwehrstellung ein und krümmen ihre teils farbenprächtigen Hinterleibe und strecken dem Angreifer ihre oft mit Augen versehenen Hinterflügel entgegen. Wie alle Saturniden können die Imagos keine Nahrung aufnehmen und ihr kurzes Leben von ca. 10 Tagen dient nur der Fortpflanzung.

Ihre Raupen sind in Südamerika bei den Einheimischen wegen ihrem auffälligen Aussehen bekannt. Aber nicht nur ihr Äusseres, sondern vorallem die unangenehme Wirkung ihrer Brennhaare macht sie für jeden zum unvergesslichen Erlebniss. Je nach Empfindlichkeit kann es zu leichten Hautirritationen, wie bei Brennnesseln, oder bis zur Entstehung von brandwassergefüllten Blattern führen. Mit Raupen der Gattungen Periga und Lomonia soll es schon zu Todesfällen gekommen sein. Um ihren Schutz noch zu vervollständigen leben die Raupen der meisten Arten bis zur letzten Häutung im Verband zusammen. Die Verpuppung erfolgt oft in einem papierartigen Kokon zwischen Blättern, andere Arten verpuppen sich in einer selbstgegrabenen Höhlung am oder im lockeren Boden.

Bernhard Wenczel hat öfters, am Licht gefangene Weibchen verschiedener Arten, zur Eiablage gebracht, die Raupen bei sich zu Hause aufgezogen und wenn möglich auch weiter gezüchtet. Bernhard Jost, ebenfalls ein begeisterter Schmetterlingzüchter, hat ihn auf einigen Reisen begleitet und seine Fänge und Zuchten mit sehr schönen Bildern dokumentiert. Einige davon sind in diesem Bericht zu bewundern.

Automeris incarnata (Walker)
Wunderschöne Falter, wunderschöne Raupen ! Das Verbreitungsgebiet dieser Art erstreckt sich über Venezuela und Kolumbien. Die abgebildeten Tiere wurde in Barinitas im Staate Barinas am Fuss der Anden (Höhe 420 M.ü.M) in Venezuela gefangen. Die Raupen akzeptierten Weidenarten (Salix) als Ersatzfutter.

Automeris meridionalis (Bouvier)
Diese sehr schöne Art scheint vom nördliche Südamerika bis nach Mexico verbreitet zu sein. Diese Tiere stammen aus Jaji im Staate Merida ( ca. 1500 m.ü.M) in Venezuela. Diese Art ist ausschliesslich in höheren Lagen anzutreffen. Als Ersatzfutter wurde Liguster (Ligustrum), Weide und Buche (Fagus sylvatica) akzeptiert.

Automeris liberia (Cramer)
Die aufällig gefärbte Raupe dieser Art zeigt einem potentiellen Feind wie giftig sie ist. Berührungen mit den Brennhaaren sind sehr unangenehm. Sie ist über das ganze nördliche Südamerika weit verbreitet. Diese Tiere stammen aus Barinitas im Staate Barinas. Die Aufzucht gelingt gut an Feuerdorn (Rhamnus) oder Weidenarten.

Automeris denticulata (Conte)
Farblich ganz anders , hebt sich die Raupe dieser Art klar von ihren Verwandten ab. Die Spannweite der Falter liegt bei 8.5 cm. Sie sind in Südamerika weit verbreitet und wurden in Peru, Brasilien, Ecuador und im ganzen nördlichen Teil des Kontinents gefunden. Die abgebildeten Tiere stammen aus Barinitas im Staate Barinas. Die als Ersatznahrung gebotene Buche wurde gut angenommen.

Automeris egeus (Cramer)
A. egeus ist wohl eine der prächtigsten Automeris-Arten. Mit einer Spannweite von bis zu 14 cm ist sie gross. Die Raupen sind in einzigartig. Sie ist weit verbreitet von Trinidad bis Bolivien. Diese Tiere wurden in Barinitas im Staate Barinas am Licht gefangen. In Gefangenschaft wurde Buche als Ersatzfutter akzeptiert.

Literatur
Claude LEMAIRE: Révision du Genre Automeris (Hübner) et Genres voisins
Claude LEMAIRE: Mémoires du Muséum national d'Histoire naturelle PariS