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Donnerstag, 24. Juni 2010

Insekten-Lichtfang am "Tage der Artenvielfalt" im Kanton Zürich


Schlehenspanner (Angerona prunaria)
Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)
Bindenspanner (Colostygia pectinataria)
Grüner Eichenwaldspanner (Comibaena bajularia)
Aschgrauer Rindenspanner (Hypomecis punctinalis)
Schwarzrand-Harlekin (Lomaspilis marginata)
Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)
Lindenschwärmer (Mimas tiliae)
Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes venatum)



Am Wochenende vom 12./13. Juni fanden im Rahmen des Jahres der Biodiversität die "Tage der Artenvielfalt" im Kanton Zürich statt. Entlang der Altläufe der Glatt bei Oberglatt/Rümlang erstrecket sich die bedeutendste Auenlandschaft des Kantons. Die früheren Flussarme bilden hier einen naturbelassenen Mix aus Sumpf-, Wiesen- und Waldlandschaft, welcher besonders vielen Arten Lebensraum bietet.
Während der Nacht von Samstag auf Sonntag waren über 40 Fachleute von der Kantonalen Fachstelle für Naturschutz aufgeboten. Unter ihrer Leitung fanden diverse Exkursionen statt, anlässlich derer Naturfreunde Wissenswertes über Amphibien, Fledermäuse und Insekten erfahren konnten.

Der Schmetterlingsexperten Thomas Maag betrieb im Auftrag der Fachstelle eine Lichtfang-Anlage zur Erhebung der Insekten-Artenvielfalt in dieser reizvollen Landschaft. Eine Woche vor dem Anlass lud er TERRA TYPICA zur Teilnahme ein, und weil ich mich ohnehin gerade mit Konzeption und Bau einer Leichtanlage zum Insekten-Lichtfang beschäftige, sagte ich spontan zu.
Während Thomas mit einer Benzin-Generator-betriebenen Hochleistungsanlage antrat, wollte ich meinen neuen, selbstgebaute batteriebetrieben 12-Volt-Kaltdioden-Prototyp testen.

Gegen 21.00 Uhr am  schwülwarmen Samstagabend kämpften wir uns schwerbeladen zu Fuss der Glatt entlang zu der rund einen Kilometer entfernt gelegenen Stelle durch, die Thomas am Abend zuvor ausgekundschaftet hatte. Im Abstand von etwa 500 Metern begann jeder von uns mit dem Aufbau seiner Lichtfang-Anlage. Um zu verhindern, dass das Licht des einen dasjenige des anderen beeinflusst, waren die beiden Leuchtplätze durch ein Waldstück  voneinander abgeschirmt.

Die stillen, abgestanden, moorigen Tümpel, welche die Auenlandschaft mitprägen, bieten ideale Brutbedingungen für Steckmücken. Weil ich Mückenmittel noch mehr verabscheue als die Mückenstiche selbst, hatte ich vorsorglich ein langärmliges Hemd eingepackt.  Dieses auszupacken und überzustreifen sah ich mich schon nach wenigen Minuten gezwungen: Auf all meinen Tropenreisen habe ich einen derartigen Ansturm von Steckmücken noch nicht erlebt: In Schwärmen stürzten sich auf uns. Als ich mich ins hohe Gras kniete, um im schwindenden Tageslicht eine bereits ruhende Prachtlibelle zu fotografieren, liess sich innert Sekunden ein Dutzend von ihnen auf meinen Händen nieder. Unentwegt umschwirrten sie uns, gerieten in Nase, Mund und Ohren, stachen in Hände, Gesicht, Hals und Nacken, und problemlos auch durch Hemd und Jeans hindurch in Hinter, Arme und Beine. Erst als die Nacht hereingebrochen und es ganz dunkel war, schien ihr Ansturm etwas nachzulassen. Vielleicht war dieser Eindruck aber auch lediglich dem Umstand zuzuschreiben, dass die aufdringlichen Winzlinge nicht mehr zu sehen waren...

Unsere Lichtfang-Anlagen sind so konzipiert, dass eine Lichtquelle von einem Zylinder aus feiner, weisser Gaze umgeben wird. Die anfliegenden, dem Licht zustrebenden Insekten lassen sich auf der Gaze nieder und können so problemlos studiert und fotografiert werden.
Sofort nach dem Eindunkeln begannen sich Insekten am Licht einzufinden. Während einige Arten in rauhen Mengen anflogen - insbesondere Köcher- und Eintagsfliegen sowie Stechmücken - zeigen sich andere wie Floor- oder Skorpionsfliegen, Schnacken, Libellen, Kleinkäfer nur vereinzelt.
Auch die Schmetterlinge waren zahlreich vertreten, unter ihnen vor allem Kleinschmetterlinge wie Zünsler, Sackträger, Minier- und Federmotten sowie Wickler. Eher seltener gaben sich nachtaktive Gross-Schmetterlinge die Ehre. Zu ihnen zählen etwa Eulenfalter, Spanner, Bärenspinner, Schwärmer und Glucken. Doch auch unter ihnen waren einige prominente Gäste vertreten, so etwa die Roseneule, der Lindenschwärmer, ein alter, abgehalfterter Weinschwärmer, der Birkenspanner, und als die beiden grössten Falter des Abends der Weidenbohrer und ein grosses Weibchen der Brombeer-Glucke.

Eine Entdeckung der besonderen Art könnte Thomas Maag an diesem Abend gemacht haben: Nebst den für eine solche Moorlandschaft üblichen Amphibien, die akustisch auszumachen waren - darunter auch der Europäische Laubfrosch - glaubt Thomas mit Sicherheit wiederholt den unverwechselbaren Ruf der Kreuzkröte erkannt zu haben. Der Nachweis von Bufo calamita in diesem Lebensraum wäre neu und ziemlich aufsehenerregend. Leider war es uns in dieser Nacht nicht möglich, den fotografischen Nachweis zu erbringen, doch wir werden versuchen, diesen nachzureichen.

Gegen ein Uhr nachts baute ich meinen Leuchtturm ab. Für mich war das Fazit der Aktion ein Gutes: Meine Leicht-Leuchtturm hatte zwar bedeutend weniger Individuen angelockt als die Hochleistungsanlage von Thomas, die Artenzahl beider Apparaturen jedoch war identisch. Einige leichte Modifikationen werde ich an meinem Gerät noch vornehmen können, im grossen Ganzen jedoch bin ich zufrieden damit.

Jürg Sommerhalder

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