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Samstag, 22. September 2012

Die Gottesanbeterin

von Dezian Melissa Lloyd


Die einzige Schweizer Gottesanbeterin Mantis religiosa
Von den sechs Beinen sind die beiden vordersten zu Fangarmen umgebaut
Der Kopf trägt zwei grosse Facettenaugen und zwei Fühler, die beim Männchen meistens dicker sein, weil es damit die Weibchen riecht
Diese afrikanische Gottesanbeterin heisst Idolomorpha lateralis. An den dicken Fühlern erkennt man, dass es ein Männchen ist.
Das ist das Weibchen von Idolomorpha lateralis
Gottesanbeterinnen haben vier Flügel.
Wenn sie geschlossen sind sieht man nur die beiden vorderen Flügel, weil die hinteren darunter versteckt sind
Diese Art aus Malaysia heisst Deroplatys dessicata. Sie fühlt sich bedroht und hat darum die Flügel ausgefahren und die Fangbeine ausgebreitet damit sie grösser aussieht.
Diese Teufelsblume droht ebenfalls, sie hat ihre Arme hochgestreckt und ist so viel grösser.

Vorwort des Admins:
Dieser Report ist ein Beitrag unserer jüngsten Nutzerin: Dezian hat ihn als Vortrag in der fünften Primarschulklasse, also im zarten Alter von  11 Jahren verfasst. Wir sind stolz darauf, ihn an dieser Stelle publizieren zu dürfen.

 

Gottesanbeterinnen sind räuberisch lebende Insekten. Wie alle Insekten haben sie sechs Beine, allerdings sind die beiden vordersten zu Fangbeinen umgebaut und sehen aus wie Arme. Sie können sie wie Taschenmesser aus- und einklappen und mit den Dornen an ihren Innenseiten können sie damit ihre Beutetiere fest packen.

In der Schweiz gibt es nur eine Art. Sie heisst Mantis religiosa und kommt vor allem im Wallis und im Tessin vor, aber auch in einigen warmen Lagen rund um Basel und im Mittelland.

Weltweit gibt es vor allem in tropischen Ländern mehr als 2000 verschiedene Gottesanbeterinnen-Arten. Eine der grössten und schönsten ist die Teufelsblume aus Ostafrika. Sie wird grösser als eine Männerhand und ist sehr farbig, violett und grün und weiss. Es gibt aber auch ganz kleine unbunte Arten und sogar solche, die andere Tiere wie Ameisen nachahmen. Viele tarnen sich auch als Laubblätter oder Äste.

Gottesanbeterinnen fressen andere Insekten: Heugümper, Grillen, Fliegen, Wespen, Bienen, Schmetterlinge und auch andere Gottesanbeterinnen. Ihre Fangbeine sind so stark, dass sie kein Gift brauchen. Ein gepacktes Beutetier wird sofort an den Mund geführt und bei lebendigem Leib verspeist.

Ist ein Weibchen geschlechtsreif, dann lockt es mit Duftstoffen die Männchen an. Diese sind schlanker als die Weibchen und könnend deshalb besser fliegen. Wenn ein Männchen ein Weibchen gefunden hat, dann muss er sich ihm sehr vorsichtig nähern, damit er nicht zur Beute wird. Doch die Männchen sind dabei sehr geschickt und werden ganz im Gegensatz zur allgemeinen Meinung nur selten gefressen. Zur Paarung setzen sie sich auf den Rücken der Weibchen und die beiden Tiere paaren sich mit dem Ende ihrer Hinterleiber. Dabei nimmt das Weibchen vom Männchen ein Samenpaket. Einige Tage nach der Paarung baut das Weibchen ein Schaumnest, in welches es seine Eier einbettet. Nach ein paar Stunden wird der Schaum fest und schützt so die Eier vor Regen und Sonne und anderen Tieren.

Nach einigen Wochen schlüpfen die jungen Gottesanbeterinnen. Sie sehen fast aus wie ihre Eltern, nur sind sie winzig klein und haben noch keine Flügel. Doch sie sind schon von Geburt an geschickte Räuber und wachsen schnell. Innerhalb von wenigen Wochen häuten sie mehrmals und werden am Ende selber geschlechtsreif und pflanzen sich wieder fort.


Danksagung:
Ich danke Herr Reinhard Ehrmann dafür, dass ich seine Zeichnungen einer Teufelsblume verwenden und einfärben durfte. Auch bei Jürg Sommerhalder bedanke ich mich dafür, dass er mir seine Fotos für diesen Vortrag ausgeliehen und mir viele Sachen über Gottesanbeterinnen erzählt hat.