


| Nepenthes jagt mit "Schleim" |
| Monday, 26. November 2007 | |
|
Neue Erkenntnisse über den Verdauungssaft von Kannenpflanzen verweisen erstmals auf dessen entscheidenden Einfluss beim Beutefang.
Kannenpflanzen sind fleischfressende Pflanzen, die im tropischen Asien in nährstoffarmer Erde leben. Sie werten ihre karge Nahrung auf, indem sie in speziellen, kannenartig ausgebildeten Blättern Gliedertiere fangen. Die Opfer fallen in die Kannen hinein und werden an deren Grund von einem durch die Pflanze produzierten, enzymhaltigen Verdauungssaft zersetzt. Bislang waren die extrem glatten Innenwände dieser Kannen als Schlüsselelement dieses pflanzlichen Beutefangs angesehen worden. Eine neue Studie zeigt nun, dass dem Verdauungssekret eine viel grössere Bedeutung zukommt, als bisher angenommen: Das komplexe und im Pflanzenreich einmalige Sekret produziert viskoelastische Fäden mit hoher Hafteigenschaft und hindert Tiere, die damit in Kontakt geraten daran, aus der Kanne zu klettern. Die beiden Forscher stellten mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen fest, dass die Flüssigkeit treibsand-ähnliche Auswirkungen auf die Opfer hat: je stärker sie strampeln, desto tiefer sinken sie ein. Der hohe Anpassungsgrad von Nepenthes-Arten an ihren regenreichen tropischen Lebensraum zeigt sich auch im Umstand, dass das Sekret bei 10-facher Verdünnung mit Regenwasser nichts von seiner visko-elastischen Eigenschaft einbüsst.
Quelle: PLoS - Public Library of Science
|
| Weiter > |
|---|