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Die Ägyptische Gottesanbeterin - Miomantis paykullii (Stål, 1871) Miomantis paykullii ist eine mittlelgroße, strohfarbene oder grüne Mantide. Die grüne Färbung verliert sich in meinem Zuchtstamm stets mit Eintritt des Adult-Stadiums. Text: C. Herger Thomann Bilder: Robert Bäuml & Thomas Maag
Die Art ist keine außergewöhnliche oder exotisch aussehende Mantide, dies wär einer wirksamen Tarnung in Wüstengebieten auch nicht dienlich. Beide Geschlechter sind geflügelt, das Weibchen etwas kürzer, ein Stückchen ihres Abdomen ragt über die Flügelenden hinaus. Beide Geschlechter sind einfarbig. Die Deckflügel des Männchens sind immer durchsichtig, die des Weibchens zeigen eine dezente Gelbfärbung entlang dem Geäder. Es ist ausserdem etwas robuster als das zierliche Männchen. Beide Geschlechter sind sehr aktive Jäger. Sie haben keine Hemmungen, auch Beutetiere wie Ameisen und Stinkwanzen zu erbeuten, welche von anderen Mantidenarten eher gemieden werden. Die Gattung Miomantis ist, ähnlich wie Stagmomantis, sehr variabel, sie umfasst über 50 Arten. Die Taxonomie der Gattung ist allerdings revisionsbedürftig, einige Autoren determinieren bspw. ausschlesslich aufgrund der Färbung.
 Die Oothek Die Oothek ist nicht speziell gut getarnt und schaut aus wie ein dünner, hellbrauner Grat. Sie besteht aus einem Protein das beim Ablegen der Eier vom Weibchen abgesondert und mittels der Cerci zu einem Schaum geschlagen und in die typische Form gebracht wird. Die Oothek ist von beiger Farbe und recht weich. Es liegt nur eine sehr dünne Isolationsschicht über den Eikammern. Das Gelege misst bis zu 15mm und enthält 20-60 Eier. Die Entwicklung Die L1-Nymphen sind sehr hübsche, kleine Tiere. Die orange-braune Grundfarbe wird unterbrochen durch dunkle Bänder an der Spitze des Abdomens, der Basis des Prothorax und am Kopf. Die Beine sind weiß, hell- und dunkelbraun gebändert. Die Fühler haben ein dunkles Band an der Basis. Wie die Abbildung rechts zeigt, überwiegen von L2 bis L5 beige bis hellgrüne Farben. Ein Geschlechtsmerkmal zeigt sich bereits an Larven: ab dem drittletzten Stadium beginnt das Abdomen der Weibchen sich zu verbreitern, während dasjenige der Männchens schmal bleibt. Diese Gottesanbeterin braucht ca. zweieinhalb bis drei Monate für ihre Entwicklung.
Das Habitat Die Beschreibung des typischen Habitats von Miomantis paykulli aus meinem Minden wäre eine schiere Vermutung. Ich nehme an, es handelt sich um eher trockenes und spärlich bewachsenes Gelände. Jeder, der mehr darüber weiss, ist willkommen, mich anzuschreiben. Ich werde diesen Artikel dann entsprechend aktualisieren.
Die Haltung Wie andere Arten der Gattung Miomantis ist paykulli leicht großzuziehen. Ich trenne die Tiere auf und halte sie einzeln in kleinen Behältern. Es gibt aber Berichte darüber, dass diese Art wenigstens in den ersten Larvenstadien gut in Gemeinschaft gehalten werden kann. Die Haltungstemperatur entspricht der Zimmertemperatur. Die Art ist trotz ihres feinen Aussehens sehr gefräs sig. Das Bild rechts ist ein gutes Beispiel dafür. Sein Name ist " Ole One Arm". Er verlor einen seiner Fangarme, packte aber ohne zu zögern jegliche Beute. Ich beobachtete einmal, wie er eine Grille packte, die halb so lang war wie er selbst, sich von ihr durch den Behälter zerren liess und solange auf ihr rumkaute, bis sie schliesslich starb. Normalerweise spreizen sie ihre vordersten Beine ab und halten sie nicht wie andere Mantiden unter dem Vorderkörper. Dabei sitzen sie flach an die Unterlage gepresst da. Ich nehme an, dieses Verhalten dient der Tarnung sowie als Schutz gegen Austrocknung.
Danksagungen Herzlichen Dank an Thomas Hopp für die Tiere. Ebenfalls Danke an Jürg und Thomas für die Möglichkeit, diesen Artikel auf TERRA TYPICA zu veröffentlichen.
Bibliographie Prof. E. Giglio-Tos "Das Tierreich Mantidae" Berlin und Leipzig, 1927 |