30.08.2010
Neue Chamäleon-Art auf Madagaskar entdeckt
Aufgrund seiner seltsamen Kopf-Form erkannte das deutsch-madegassische Forscherteam das Tarzan-Chamäleon sofort als neue Art. Da es nur in extrem fragmentierten Rest-Waldbeständen an der zentralen Ostküste Madagaskars vorkommt, soll das Tarzan-Chamäleon (Calumma tarzan) nun zum Sympathie-Träger gemacht werden und so dabei helfen, die Abholzung der marginalen Rest-Waldbestände der betroffenen Gegend zu verhindern. (jso)
Quelle:
Focus online
31.08.2010
Neuer europäischer Dino
Balaur bondoc lautet der wissenschaftliche Name, der einem in Rumänien neu entdeckten Dino-Saurier-Fossil zugeordnet wurde. Der dem Velociraptor ähnelnde Raubsaurier zählt zu den grössten in Europa entdeckten Raubsauriern, mit diversen sehr eigenen Merkmalen ausgestattet unterscheidet er sich aber deutlich von seinen Verwandten. So verfügte er zum Beispiel über zwei grosse Fusskrallen, anstelle der einen seiner Verwandten. Dieses Faktum wird dem Umstand zugeschrieben, dass Rumänien zu Lebzeiten des Balurs als Insel aus dem Ozean ragte. Inseln gelten in der Evolutionsbiologie als ideale Voraussetzung für die Entstehung neuer Arten (Insel-Effekt). (jso)
Quelle:
Sueddeutsche
01.09.2010
Der Hoffnungsträger des Tasmanischen Teufels ist tot
Eine infektiöse Krebserkrankung droht den ohnehin gefährdeten Bestand an Tasmanischen Teufeln gänzlich auszulöschen. Als Hoffungsträger im Kampf gegen die finale Auslöschung des grössten australischen Fleischfressers galt Cedric, eines von mehreren angeblich gegen die Krankheit immunes Exemplar. Bereits 2007 wurde er mit Krebszellen behandelt, ohne daran zu erkranken. Die Forscher begannen mit der Suche nach der Immun-Waffe Cedrics gegen die Krankheit. Später wurde dasselbe Tier mit einer genetischen Variante des Erregers geimpft – und erkrankte promt. Nun musste Cedric eingeschläfert werden. Mit ihm starb eine grosse Portion Hoffnung auf die Erhaltung seiner Art. (jso)
Quelle:
Spiegel online
Hallali zum grossen Delphinschlachten
Am ersten September wird in Taiji, einem japanischen Fischerdorf, jeweils die Jagderöffnung mit der Abschlachtung tausender Delphine in einer einsamen Bucht traditionell eröffnet. Aufgrund des immensen Medien-Echos der vergangenen Jahre scheinen die Japaner ihr Schlachtfest neu teilweise aufs offene Meer zu verlagern. Immerhin gebe es erste Anzeichen eines Umdenken in der japanischen Bevölkerung, meint Biologin Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Offenbar wurde sogar Regisseur Louie Psihoyos Film "The Cove", der das blutstrotzende Ritual in verstörenden Bildern dokumentiert, endlich auch in Japan zugelassen und findet grossen Anklang beim Publikum. (jso)
Quelle:
Focus online
02.09.2010
Sozialisation: Genetische Verwandtschaft versus Umwelt
Mathematischen Modellberechnungen zufolge erfolgte die Entwicklung von Sozialstaaten im Tierreich entgegen bisheriger Annahme nicht grundsätzlich durch genetische Verwandtschaft. Vielmehr kann die ganz normale Selektion die Zusammenrottung von Individuen zu sozialen Verbänden bewirken. Somit geraten längst etablierte soziobiologische Thesen wie etwa die "Grossmutter-Theorie" und die "Theorie der Verwandtenselektion" von William D. Hamilton, dem britische Pionier der Soziobiologie, ins Wanken. (jso)
Quelle:
FAZ.net
03.09.2010
Vorgeschichtliche Klimerwärmung liess Fleischfresser schrumpfen
Vor 55 Millionen Jahren erlebte die Erde eine massive Klimaerwärmung (Paleozän-Eozän Thermische Maximum, PETM). Anhand fossiler Knochenfunde aus dieser Ära will Jonathan Bloch (Kurator für Wirbeltierpaläontologie, Florida Museum of Natural History) belegen können, dass die Erwärmung drastische Auswirkungen auf die Körpergrösse von Fleischfressern hatte, die im Vergleich zu den kühleren Vorperioden eine erheblich geringere Körpergrösse erreichten. (jso)
Quelle:
scinexx
Wurm mit Köpfchen
Die Evolutionsgeschichte unseres Gehirns muss neu geschrieben werden, findet Detlev Arendt vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EBML) in Heidelberg. Bisher glaubte man, dass der sogenannte Pilzkörper (Gehirnregion zur Verarbeitung von Sinnesreizen bei Wirbellosen) und das Säugergehirn unabhängig voneinander entstanden sind. Nun weisen aber durch Arendt festgestellte molekulare Übereinstimmungen zwischen den beiden Gehirn-Typen auf einen gemeinsamen Vorfahr hin. (jso)
Quelle :
Bild der Wissenschaft
04.09.2010
Der Trick mit dem Gewebekleber
Schleimhäute sind oftmals erster Angriffspunkt von Krankeitserregern. Hier setzen sich sich fest und starten die Ausbreitung im Körper. Die Evolution hat uns als Abwehrmechanismus dagegen die Exfoliation spendiert, die permanente Abstossung der obersten Schleimhautzellen. Die raffinierten Erreger ihrerseits reagieren darauf mit einem Trick: Sie docken an spezifischen Schleimhaut-Rezeptoren an und bewirken die Produktion von Eiweissen, welche als hochwirksame Gewebekleber wirken und die Abstossung der Schleimhautzellen so verhindern. (jso)
Quelle :
Bild der Wissenschaft