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Dienstag, 19. Oktober 2010

Wirbel ums Faultier


Dreizehenfaultier (Bradypus tridactylus), Foto: UZH

Anatomie kann ganz einfach sein. So verlangt eine morphologische Grundregel zum Körperbau der Wirbeltiere, dass alle fortsatzlosen Rückenwirbel oberhalb der rippentragenden Brustwirbel als Halswirbel zu betrachten seien. Diese Betrachtungsweise führte zur Erkenntnis, dass alle Säugetiere, unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung ihrer Halslänge, über exakt sieben Halswirbel verfügen.
Alle Säugetiere? Nein. Ein paar wenige unbeugsame...Säuger scheinen sich zu widersetzen, und so werden beispielsweise beim Dreizehen-Faultiere (Bradypus tridactylus) nach obiger Regel anstelle der üblichen sieben acht bis zehn Halswirbel gezählt.
Ein internationales Forscher-Team unter Mitwirkung eines Paläontologen der Uni Zürich hat nun mittels computer-tomografischer Untersuchungen an Säuger-Embryonen nachgewiesen, dass es sich bei den untersten ein bis drei Halswirbeln der Faultiere tatsächlich um fortsatzlose Brustwirbel handelt. Somit passen die Faultiere anatomisch wieder besser ins Säuger-Schema: Auch sie haben letztlich nur die üblichen sieben Halswirbel. (jso)

Quelle: Universität Zürich