Insektenbörse '17

Am 30.09.2017 findet in Kloten
die nächste Ausgabe der einzigen
Schweizer Insektenbörs
e statt.

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Sonntag, 16. September 2012

Erfolgreiche Insektenbörse 2012


Präparate sind aus wissenschaftlicher Sicht sowie im Artenschutz eminent wichtig (Bild: Jürg Sommerhalder)
Ein Weibchen der Argentinischen Fauchschabe (Bild: Ivo Rütsche)
Emsiges Treiben im Klotener Stadtsaal (Bild: Ivo Rütsche)

Die Klotener Insekten- und Spinnentierbörse ist kein Geheimtipp mehr: Ihr Ruf als qualitativ hochstehende, lebendige und vielfältige Börse mit kauffreudigem Publikum ist über die Landesgrenzen hinaus gefestigt, und mancher Deutscher lässt für eine Teilnahme in Kloten sogar die Anlässe in Modena, Prag oder Paris sausen. Auch am 8. September 2012 war die einzige Schweizer Arthropodenbörse harter Konkurrenz ausgesetzt, diesmal durch die süddeutschenn Kollegen, die ihre 2012er-Börse in Weiden (D) am selben Wochenende durchführten. Doch weder unsere Aussteller noch unsere Besucher liessen uns im Stich. Das Ausstellerfeld umfasste nebst den üblichen (sowie einigen neuen ) Verdächtigen aus dem eigenen Land heuer auch Entomologie-Prominenz aus Ost- und Westdeutschland, Frankreich und Italien.

Wie üblich glänzte das Angebot durch grosse Vielfalt, ganz besonders galt dies für die Lebend-Aussteller, die wir durch fast geschenkte Ausstellertische gezielt fördern: Nebst zahlreichen heimischen und tropischen Schmetterlingen, die in Form von Eiern, Puppen und Kokons oder Raupen feilgeboten wurden, gab es ein breites Spektrum an Stab- und Gespenstschrecken, Vogelspinnen, Skorpionen, Geiselspinnen, Schaben, Käfern und sechsbeinigen Futtertieren aller Art. Speziell fiel das breite Angebot an Gottesanbeterinnen auf: Verschiedene Aussteller boten zusammen mehrere Dutzend tropischer, teilweise seltener Arten an.

Die Klotener Börse ist nicht nur der Jahrestreff der Schweizer Entomologen-Szene. Auffallend viele Eltern mit Kindern streifen zwischen den Tischreihen umher und verschaffen sich einen Eindruck der höchst vielfältigen Welt der Gliedertiere. Yoko, die 11-jährige mit den riesigen blauen Augen, zeigt mir ihre neu erstandenen Käfer-Präparate. Sie liebt die farbig glänzenden Arten, hat sich diesmal einen goldglänzenden Rosenkäfer ausgesucht, und zwei metallic-grün und -violett schillernde Schnellkäfer sowie einen kupferfarbigen Laufkäfer. Die Kleine kommt heuer schon das vierte Jahr hintereinander und ihre kleine Käfer-Sammlung umfasst bereits 11 Präparate, erklärt sie mir mit sehr ernstem Gesicht.
Stanley, ein 12-Jàhriger, steht ebenfalls auf Käfer, aber er mag mehr die grossen mit Hörnern und Geweihen ausgestatteten Arten: Nashorn- und Hirschkäfer. Er zeigt mir einen Herkuleskäfer so gross wie seine Hand und freut sich diebisch darüber, dass ich erst gar nicht bemerke, dass er mir eine perfekte Platisk-Reproduktion dieses Riesenkäfers unter die Nase hält.
Der 5-jähriger Luis umklammert mit der Rechten die Hand seines Vaters, in der Linken hält er eine kleine Plastikbox, in welcher ein präparierter Schmetterling an seiner Nadel im Styroporboden steckt. "Sein Erster!", zwinkert mir sein Vater zu. Die Augen des Jungen sind gross und so rund, wie sein vor Staunen offener Mund. Von Tisch zu Tisch huscht sein Blick, gebannt von der ausgestellten Farben-und Formenpracht.
'Nachwuchs', denke ich mir und atme auf: Solange es noch Menschen gibt, die sich von Insekten faszinieren lassen...

Heute kommt in Kloten nur Ivo Rütsche zu kurz: Der erfolgreiche Hypnose-Therapeut bietet an der Klotener Börse zusammen mit seinem Kollegen Sergio Gai seit vier Jahren sehr gesuchte, kostenlose Phobie-Behandlungen an. Im Vorjahr wurden die beiden von Therapie-Willigen dermassen überrannt, dass sie noch Stunden nach Börsenende therapeutisch beschäftigt waren. Doch heuer sitzen sie fast den ganzen Tag tatenlos herum: Vermutlich sind sämtliche Insekten- und Spinnenphobiker im Einzugsgebiet der Börse bereits geheilt. (js)